Nudge am 28.08.2010

Was ist los mit Evolution?

in Linux | Tags: Evolution, Exchange, kmail

Ich als KDE-Freund muss ja nicht unbedingt Evolution benutzen. Dennoch kommt man manchmal in die Gelegenheit. Wenn man beruflich (leider noch) einen Exchange Server betreibt, dann braucht man immerhin einen Client, der damit klarkommt. Kommt kmail natürlich auch. Sehr gut sogar. Allerdings setzt kmail dazu auf kio-Slaves auf. Diese mounten letztlich das Postfach wie eine Art Dateisystem. Auf diesem darf sich dann kmail austoben. Ein cooles Prinzip, wie ich finde.

Dennoch hat es seine Schwächen. Wenn die Mailbox sehr groß wird, also richtig groß, dann wird der mount-Vorgang natürlich langsamer, wenn nicht gar schwierig bis system-kritisch. Irgendwann geht dann gar nix mehr. Dann ist der Moment gekommen, um andere Clients auszuprobieren. Und da ich aus frühen Tagen diese Komplettlösung Ximian Evolution kannte, dachte, da schaue ich mal wieder vorbei.

Doch Evolution ist nun anders. Aus der ehemals sehr schicken Oberfläche ist ein grausiges (weil Interface-diktiertes) Gnome-Programm geworden. Die Dialoge sind nun nicht mehr neat, sondern übersichtlich. Das muss wohl so sein im Gnome-Programm. Äh Moment mal, war da nicht was mit “Freiheit” bei Linux gemeint, höre ich schon die Unkenrufe. Abgespeckt erscheint es, und globig.

Probleme mit Exchange macht es ebenso. Die Mailbox öffnet sich nicht auf Anhieb, sondern nach etwas Bastelei. Mails löschen oder verschieben wird zum Problem-Fall. Der Papierkorb im Client entsprach leider nicht dem des Exchange-Servers. Und wenn man eine Mail wirklich löscht, so ist sie auf dem Server noch im Papierkorb. Super. Nach einem halben Jahr Evolution hatte ich dort zig tausend Mails rumliegen. Beim Ordner “Gesendet” ebenso. Es kann auch vorkommen, dass solche Vorgänge wegen Timeouts nicht durchgeführt werden. Dazu Ärger beim Annehmen und Aufsetzen von Terminen.

Da frage ich, was ist aus dem früher so geilen Evolution geworden? Als es mit einer aufgeräumten Tagesübersicht den Benutzer begrüßte? Da war ich zwar auch schon kmail-Nutzer, allerdings zollte ich vor Evolution Respekt. Naja, kmail oder Evolution: Irgendwie ist die “saubere” Auftrennung von I/O-Mappern, Service-Diensten und User-Interfaces nicht immer zugunsten der Benutzbarkeit ausgefallen. Wird ja vielleicht mal wieder.