Nudge am 06.11.2010

Migration von Exchange zu Zimbra

in Open Source | Tags: Exchange, Mail, Migration, Server, Zimbra

Bei uns läuft heute die Migration von Exchange zu Zimbra ZCS 6.0. Jetzt wird’s ernst! Am Montag 07:00 soll alles fertig sein. Das bedeutet für die ebrosia-IT, noch ein intensives Wochenende einzuschieben.

Donnerstag und Freitag haben wir ganztägige Schulungen durchgeführt. Nicht nur für Zimbra, sondern auch Windows 7, Open Office und eine neue Version der Sage Office-Line. Für Zimbra waren insgesamt 2 Stunden für die ersten Basics geplant. Die braucht man auch für die vielen Features und Änderungen gegenüber Exchange 2000. Das war auf jeden Fall ein Riesenspaß – kaum haben wir den Teilnehmern das Login freigegeben, fingen sie schon an, sich lustige Chats zu posten. Alle kicherten und freuten sich. Na wenn das mal keine positive Motivation zur Einführung neuer Software ist! 🙂

Ich freue mich schon auf die Benutzung des Web-Clients. Der hat ein ansprechendes, modernes UI und jede Menge Potenzial. Sinnvolle Shortcuts, Drag’n’Drop, Chat, Tags, eine extrem flexible Suche, ein integriertes Web-Office mit Dokumentenvorschau, ein durchgängiges Freigabe-Konzept – das Ding kann was! Und es bietet viele Schnittstellen, Formate und Soap-Services für die Integration in das Intranet. Die Administration und Pflege läuft auch komplett über HTTPS. Nice, nice. Unser Admin ist ebenso begeistert.

So, mein Postfach ist gerade dran. Das dauert schon mal 1-2 Stunden, wenn man mehr als 2 GB benutzt hat…;-) Der Migration Wizard von Zimbra ist aber echt OK und hat in Patch-Level 6.0.8 P2  auch das Problem mit Umlauten gelöst. Man kann die Benutzer ganz bequem auswählen, die migriert werden sollen. Danach werden ein paar Optionen präsentiert: Ob Emails, Termine, Aufgaben und Kontakte übertragen werden sollen – das hakt man in den meisten Fällen wohl komplett an. Junk-Mail und die Papierkörbe belassen wir auf dem Exchange, dort wird man noch eine Weile über den Outlook-Webclient rankommen. Und ab gehts.

Hier noch ein kleiner Shot während des Bulk-Imports: Da greift sich der Java-Prozess von Zimbra schon mal etwas mehr als 1GB RAM…soll er ruhig, wir haben noch mehr davon. 🙂

Zimbra frisst RAM

Put, put put - RAM für Zimbra

Update nach ein paar Tagen Erfahrung:

Natürlich lief nicht alles gleich glatt. Zum Beispiel waren auf dem Exchange-Server noch der BlackBerry Connector des BES, ein Open Relay Filter und ein Virenscanner aktiv. All diese Dinge sollte man tunlichst ausschalten, bevor man die Migration startet, sonst können schnell Zugriffssperren entstehen. Desweiteren kamen Serientermine nicht richtig mit und manchmal ging die Verbindung von Postfächern zu den angenommenen Meetings verloren. Alles nicht ganz so wild, schließlich kann das der geneigte Benutzer schnell nachziehen. Mehr Probleme machte uns da das ERP-System.

Fazit

Immer wieder gern. Es hat zwar am Ende knapp 40 Stunden plus etliche Nacharbeiten statt der angedachten 8 Stunden gedauert, aber es war ja auch jede Menge: Domäne, Client-Rechner, Drucker-Treiber, Windows-Version, neue ERP-Version, OpenOffice, neues EasyLog und Zimbra statt Exchange – wir haben uns quasi selbst neu erfunden. Noch sind nicht alle Macken behoben, aber ich bin erstaunt, wie gut der Zimbra-Webclient angenommen wurde. Mit Team-Kalendern, Ordner-Freigaben, Chat und Themes war das vielleicht auch nicht allzu schwer. MSSQL 2008 R2 performt dazu extrem besser als das alte MSSQL 2000. Insofern sind alle Benutzer wie auch die Admins rundum zufrieden, und das zählt am Ende. Letztlich waren die intensiven Schulungen auch ein ausschlaggebender Faktor. Ohne diese hätte wohl jeder Mitarbeiter am Montag Morgen erst einmal gestreikt, und wer hätte es ihnen verdenken können.


Das mark ich mir: Alltagz Mr Wong Yigg Del.icio.us Yahoo MyWeb Blinklist Google folkd
 

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