Nudge am 17.10.2012

Vortrag von Robert Betz vom 15.10.2012

in Events, Lokales | Tags: Projektmanagement, Robert Betz, Transformationstherapie

Am Montag abend war ich bei einem sehr interessanten Vortrag von Robert Betz im Penta-Hotel.

Robert Betz ist Psychologe, Vertreter der sogenannten Transformationstherapie nach P’taah und ein ziemlich populärer wie auch wortgewandter Sprecher. Auf Youtube findet man viele seiner Vorträge und es gibt zig Bücher von ihm. Seine witzige und bildreiche Vortragsart macht dabei sicherlich einen großen Teil der Faszination um ihn aus.

Die Transformationstherapie besteht im Grund aus den Schritten
1. Erkennen des Selbst als Schöpfer seiner Gedanken, Gefühle, Handlungen und Empfindungen.
2. Anerkennung und Bejahung des Jetzt und der Realität
3. Aufhören mit Verurteilungen seines Selbst und des Anderen
4. Anerkennung und Bejahung der eigenen Gefühle
5. Treffen einer neuen, bewussten Wahl nach den eigenen Bedürfnissen

Am Montag abend ging es speziell um den Körper, die Beziehung zum eigenen Körper und um Krankheiten. In seinem über 2-mal 90 Minuten frei gehaltenen Vortrag ging es ihm vor allem darum, die Reaktionskette von Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und schließlich Krankheiten aufzuzeigen. Er stellte die These vor, dass jede Krankheit ein Ausdruck von ungeklärten Vorbelastungen ist: Gedanken erzeugen Gefühle. Unterdrückte Gefühle äußern sich in (körperlichen) Empfindungen und diese Empfindungen verhärten sich nach und nach zu rankheiten.

Zum Beispiel verursacht ein Streit mit einem Mitmenschen oft Stunden danach noch Wut und Ärger. Man denkt “Was für ein Arsch” oder schlimmere Sachen. Werden diese nicht bejahend angenommen und ausgedrückt (“Ich fühle mich wütend, wenn du so etwas sagst.”), sondern “heruntergeschluckt”, so versuchen diese aufgestauten Gefühle negative Empfindungen und
Schmerzen (“Das war ein Schlag in die Magengrube” oder “Ich krieg Hals”), die, über Wochen und Monate erlebt, sich als Gastritis oder ähnliches äußern können.

Gelernt haben wir dabei diese Verhaltensmuster als Kind, als wir noch von unseren Eltern abhängig waren und in Muster (“Sei brav und lieb!”) gepresst wurden. Heute als Erwachsende jedoch sind diese alten Muster unbewusst immer noch in uns aktiv und produzieren am laufenden Band unreale Gedanken (“Ich bin nicht gut genug”, “Ich muss mich anstrengen”, ”Ich muss es schaffen”, “Ich muss es in den Griff kriegen”). Diese verursachen dann permanenten Leistungsdruck, Stress, Verspanntheit oder Gereiztheit.

Seine Mission ist dabei ziemlich einfach: Auf der Seite negativer Gefühle sieht er Scham, Schuld und Selbstverurteilung usw, die man als schwere Last auf den Schultern aus dieser kindlichen Entwicklung auch zum Beispiel als Mitarbeiter in eine Firma hineinträgt. Diese Last äußert sich in Sucht nach Anerkennung und damit falschem Angepasstsein, Konkurrenzkampf sowie Verurteilung Ablehnung und Aggression in der Kommunikation.

Viele hetzen aus diesem Gedankenkarussel heraus durch die Parks der Stadt oder quälen sich in Mucki-Buden, statt mal eine Stunde in Ruhe in sich hineinzuhorchen, was dort an Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen schlummert und wahrgenommen werden will. Mit Konsum und Alkohol werden die Signale der Gefühle übertönt. Erst eine Krankheit bringt viele in die Waagerechte und die Ruhe, um deutlich zu werden. Doch selbst diese deutlichen Signale werden von vielen weiter verdrängt, zum Beispiel mit Medikamenten, oder man geht doch auf Arbeit (“Ich darf nicht fehlen!”). Bis dann der Chirurg was “weg-schnippelt”  😉 , wie er sagt.

Sein Ziel ist es, dass der Mensch aus Mitgefühl und Liebe handeln kann, weil er sich selbst mit all seinen Schwächen akzeptiert und damit auch den anderen und seine Schwäche akzeptieren kann. Doch wer sagt schon ”Ich bin toll, so wie ich bin” oder “Ich liebe meinen Körper”? Seine drei zentralen Fragen an uns heißen dabei “Was denkst du über dich?”, “Was denkst du über die anderen” und “Was denkst du über das Leben”. Anhand dieser drei einfachen Fragen kann man seinen eigenen Standpunkt gut überprüfen. Man benötigt dazu vor allem Zeit mit sich allein (und seinen Gedanken) und damit lässt es sich wunderbar mit Meditation verbinden.

Sicherlich spielt das ganz stark in die esotherische Ecke und man muss bereit sein, sich diesen Gedanken zu öffnen. Robert Betz, das ist zu erwähnen, ist auch sehr christlich geprägt, wo ich mich eher distanziert fühle.

Den ersten Vortrag, den ich von ihm (per Youtube) gehört habe, trug den Titel “Raus aus den alten Schuhen”. Den habe ich mir sicherlich 10-mal angehört und er hat mich sehr inspiriert und motiviert. Ich sehe dabei viele Parallelen zur GFK sowieso, aber auch zu agilem Projektmanagement ^^ (zB in der Anerkennung und Bejahung des Jetzt, Treffen einer neuen Wahl). Aber ich finde dort auch Anregungen zu einer besseren, weil langfristigeren, (Mitarbeiter-)Motivation durch die Freiheit zur Entscheidung als durch die “herkömmlichen” Mittel Druck und Schuld.


Das mark ich mir: Alltagz Mr Wong Yigg Del.icio.us Yahoo MyWeb Blinklist Google folkd
 

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