Nudge am 09.02.2009 um 22:40

Über die Tracking-Falle springen

in Linux, Tipp, Web | Tags: Apache, Datenschutz, etracker, Firewall, google analytics, iptables, Linux, Tracking

Ein kleiner Tipp am Rande: Viele Linux-Benutzer haben ja auch einen Apache laufen, sei es nur zum Spaß, oder um die eigene Website auch offline weiterentwickeln zu können. Dies kann man sehr schön nutzen, um andere Webseiten das Ausspionieren des eigenen Verhaltens etwas zu erschweren.

Denn viele Seiten benutzen google-analytics oder etracker, um das maximal Messbare aus ihren Nutzern herauszupressen. Wer Lust hat, mitzumachen, bitteschön. Wer nicht, kann durch ein paar simple Zeilen in der Datei /etc/hosts sein Leben als Surfer etwas ruhiger gestalten. Dazu trägt man einfach die nicht erwünschten Servernamen mit lokalen Adressen ein, hier ein Beispiel:

127.0.0.101        www.etracker.de
127.0.0.102        www.etracker.com

Ein ganz globaler Vorteil: Das Laden dieser Seiten geht nun wesentlich schneller.

Jetzt höre ich schon wieder Stimmen in meinem Kopf, die rufen: Warum denn per Hand? Gibts das nicht als Browser-Plugin (wie ein Ad-Blocker), oder als Gnome-Widget? Oder als Kommandozeilen-Tool? Warum schon wieder selber was machen? Nun, dass zwei Zeilen die wohl allerallerkürzeste Variante sind, das sei wohl hiermit bewiesen. Aber es gibt ganz praktische Gründe für diese Lösung.

Ein Vorteil gegenüber iptables (dem Firewall-Mechanismus von Linux) ist, dass unser Rechner immer einen 404-Fehler meldet, solltet Ihr nicht wahnwitzig genug sein, den etracker nachzubasteln. Der Browser bekommt also, was er möchte, nämlich eine Antwort, egal welcher Art. Würde man eine Adresse per iptables eliminieren (-j DROP), so bliebe der Browser im Zweifelsfalle hängen.

Vorteil gegenüber einer Browser-integrierten Option ist, dass dies gleich für alle anderen Browser, Newsreader oder Email-Clients ebenso funktioniert. Und…ich könnte jetzt noch die übermittelten Daten aus dem Apache-Log aggregieren: Was will eine Seite über mein Verhalten wissen? Man könnte dann auch mal die Webmaster der Server fragen, warum sie sich so Daten-krakig verhalten und Ihnen die Logs gleich mitschicken.

Einziger Nachteil: Man muss root sein – aber das ist ja nun fast jeder… :-)


Das mark ich mir:
Alltagz Mr Wong Yigg Del.icio.us Yahoo MyWeb Blinklist Google folkd
 

3 Responses to “Über die Tracking-Falle springen”

  1. power sagt:

    Geht schon, aber nicht für 2 verschiedene IPs ;)

  2. Nudge sagt:

    Der Programmierwettbewerb ist eröffnet: Schafft es jemand in noch weniger Zeilen? ;-)

  3. Rolf sagt:

    Hi, geht doch auch in einer Zeile ;-)

    127.0.0.101 http://www.etracker.de http://www.etracker.com

    Schöne Grüße nach Leipzig

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