Nudge am 12.05.2007

Wer ist eigentlich…?

in Witziges | Tags: Selbstverarsche, Spam, TV, Witziges

“Wer ist eigentlich Hubertus Albers?”

Eine so genannte Email erreichte mich gerade heute. Offensichtlich Spam. Zwar auf der Höhe der Zeit und ihrer endlosen Diskussionen, aber trotzdem unangenehm. Was will der Spammer damit von mir?

Ich halte ja nicht viel von Spam, also habe ich diese Email gleich mal gelöscht. Anstatt mich dem blöden Email-Spam-Wahnsinn zu ergeben, drücke ich sowieso konsequent die DELETE-Taste. Bei einer Spam-Quote von über 90% in meinem Briefkasten habe ich von Massen-Emails gelinde gesagt die Schnauze voll.

Eine Lösung wäre ja ESMTP. Also nur noch das Versenden von Emails, wenn der Absender authorisiert ist. Aber dann ist die Freiheit des Internet – im Sinne der Anonymität der Benutzer – ein Stück weit zu Ende. Die Frage ist dann doch: Wollen wir das überhaupt.

Wieviel Freiheit verträgt also der Mensch, und wieviel Freiheit gibt er sich selbst, wohlwissend, er vertrage diese? Verschätzt er sich dabei ab und zu? Hat er dieses Verschätzen vielleicht verdient, und kann der Mensch auch mal sich selbst positiv überraschen? Ist die Theorie der Selbstregulierung praxistauglich? Kennt sich der Mensch überhaupt gut genug, um sich das richtige Maß Freiheit zu gönnen?

Für einen bierreichen Samstagabend sind diese Fragen zu weitreichend. Anstatt meine trüben Augen im ewigen TFT-Licht weiter zu zermürben, könnte man das WWW sich auch mal selbst überlassen, und überhaupt sind diese virtuellen Welten doch nichts gegen einen Spaziergang nach einem frischen Sommerregen.

Läppi aus, Leben an. Glotze an? Fernsehen ist keine Alternative gegen Spam. Fernsehen ist Spam, zielgerichtete Massen-Verblödung mit periodischen Kaufreizpausen. Klar, es ist lustig, wenn Atze Schröder erzählt er wäre statt in Tunesien in Leipzig gelandet, und die Leute reden genauso fremd. Vor allem, wenn man wie ich aus Leipzig kommt. Aber ist das das Leben? Es ist genauso virtuell wie das sogenannte zweite Leben, ihr wisst, was ich meine.

Man ist, was man is(s)t. Oder – wie ich meine – was man tut. Nicht “sagt”. Viel-Laberer gibt es an jeder Ecke. “Immer dick auftragen” – Das kotzt mich an unserer Zeit an. Die Leute sind nicht entspannt. Zu ehrgeizig, ihre eigene Person ganz dick in den Lexika zu sehen. Man sehe sich nur die sogenannten Business Clubs an. Chef-Kaffeekocher, yes baby, shaga, du schaffst es (du kannst ganz groß werden), nur noch ein bisschen Arschkriechen, eine Runde Großkotzen, dann etwas Einschleimen, zwei Tage Wichtigtun, ein gepflegtes Hochdeutsch wäre vielleicht nicht schlecht. Große Klappe, nichts dahinter. Keine menschliche Tiefe, gerade genug Charme für ein Smalltalk.

Wollen wir so enden? Ist es das, was uns glücklich macht?

Man ist, was man ist. Da kann man nicht drumherum. Das gilt für den Penner an der Ecke, für den Siemens-Chef mit einer Schmiergeldaffäre an der Backe oder auch für irgendeinen Hubertus Albers, über den per Spam berichtet wird. Wichtig ist doch, dass man zu sich stehen kann, weil man weiß, wo man steht, wer man ist oder was einem wichtig ist. Namen sind doch eh nur Schall und Rauch.


Das mark ich mir: Alltagz Mr Wong Yigg Del.icio.us Yahoo MyWeb Blinklist Google folkd
 

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